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BUND-Kreisgruppe Oberhausen

Exkursion zur Industriebrache der ehemaligen Zeche Sterkrade

10. Oktober 2019 | Biotopschutz, Exkursionen, Lebensräume, Naturschutz

Bei der Exkursion zur der Industriebrache der ehemaligen Zeche Sterkrade fiel den Teilnehmer*innen die Artenvielfalt auf. Der Erhalt dieser Flächen wäre aus der Sicht des Natur-und Klimaschutzes sehr sinnvoll.

 (Cornelia Schiemanowski privat)

Exkursion der BUND-Kreisgruppe Oberhausen zur Industriebrache der ehemaligen Zeche Sterkrade

Bei schönem Wetter trafen sich Mitglieder der BUND-Kreisgruppe Oberhausen und interessierte Bürgerinnen und Bürger am 05.10.2019 zu einer Exkursion auf der Fläche der Industriebrache der ehemaligen Zeche Sterkrade. 

Cornelia Schiemanowski, Sprecherin der BUND-Kreisgruppe Oberhausen, begrüßte die interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmer und wies darauf hin, dass die Grünfläche aufgrund einer Änderung der Bauleitplanung möglicherweise schon bald verschwunden sein wird und hier Wohnbebauung und Gewerbebetriebe angesiedelt werden sollen. „Die Brachfläche ist für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, darunter auch besonders geschützte Arten, wie z.B. die Kreuzkröte, von großer Bedeutung. Deshalb wollen wir diesen ökologisch wertvollen Lebensraum und seine Artenvielfalt zeigen.“ 

Im Eingangsbereich an der Von-Trotha-Straße fielen zunächst die Kastanien auf, die den Weg zur denkmalgeschützten Schachtanlage mit dem Fördergerüst säumen. Die Früchte der Rosskastanie lagen überall auf dem Boden und es kamen Erinnerungen auf, was man damit Schönes basteln kann. Tatsächlich sind die Früchte für Menschen giftig, aber sie sind durchaus Nahrung für Wildtiere.

Die Kastanienminiermotten, deren Larven die Blätter der weiß blühenden Kastanien parasitieren, haben auch hier zu Schäden geführt. Doch die Bäume sind noch gesund und sollen bei der Bebauung der ca. 36 ha großen Fläche erhalten bleiben. 

Entlang des Weges, der auch als Radweg genutzt wird, konnten viele typische Pionierpflanzen auf Industriebrachen entdeckt werden, z.B. der Klebrige Alant, das Schmalblättrige Greiskraut, Goldrute und Sommerflieder. Die Sukzessionsphase der Verbuschung wird gekennzeichnet durch die Besiedlung mit der armenischen Brombeere. Auch Sanddorn wurde entdeckt. Junge Birken und Weiden, Ahorn und Robinie bilden die Vorwaldstufe.  

Auf den Freiflächen gibt es Schotter- und Sandflächen, die wärmeliebenden Arten, wie z.B. Insekten und Reptilien Lebensräume bieten. Die Wasserflächen sind für viele Vogelarten wertvolle Biotope und sie sind für die Fortpflanzung der Kreuzkröten, die hier eine große Population bilden, überlebenswichtig.

Am Ende des Spaziergangs staunten alle Teilnehmer über die Artenvielfalt, die bei der Exkursion beobachtet werden konnte. Ein Teilnehmer der Exkursion sagte: „Man staunt, wie vielfältig die Lebensformen hier sind. Der Erhalt dieser Fläche als Lebensraum für bedrohte Tier- und Pflanzenarten sowie als Grünzug in dem dicht bebauten Stadtgebiet wäre aus Sicht des Natur- und Klimaschutzes sinnvoll.“

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