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BUND-Kreisgruppe Oberhausen

Oberhausen fällt mehr Straßenbäume als nachgepflanzt werden – das darf nicht so weitergehen!

25. Januar 2020

Die Oberhausener Kreisgruppe des Bund fur Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ist besorgt darüber, dass eine hohe Anzahl unserer Stadtbäume aufgrund der extrem heißen und trockenen Sommer 2018 und 2019 abgestorben sind und gefällt wurden. Wie die Dezernentin, Sabine Lauxen, in der Sitzung des Hauptausschusses im Dezember 2019 bestätigte, wurden in diesem Jahr 374 Strasenbaume gefällt und nur 183 Ersatzpflanzungen vorgenommen. Das bedeutet, dass noch nicht einmal die Hälfte aller entfernten Baume nachgepflanzt wurden.

Der Baumbestand in unseren Straßen muss erhalten werden

Die seit Mai 2019 sichtbaren Stümpfe der gefällten Baume in der besten Einkaufsstrase Oberhausens, der Langemarckstrase, sind nur ein Beispiel fur das lange Warten der Anwohner auf neue Strasenbäume und deren positiven klimatischen und optischen Wirkungen. Es nicht nachvollziehbar, dass die Nachpflanzungen so lang dauern. Der BUND Oberhausen fordert die Stadt auf, die Ersatzpflanzungen nach einer Fällung zeitnah umzusetzen. Wir erwarten Nachhaltigkeit im Umgang mit unserem Baumbestand. Dass das sehr wohl möglich ist, zeigen die Ersatzpflanzungen der Freiherr-vom-Stein-Straße im Oktober 2019, die direkt nach der Fällung der Baume vorgenommen wurden.

Baumpflege ist besser als Fällung und Nachpflanzung

Forstwissenschaftler bezeichnen Strasenbäume oft als „Strasenkinder“ unter den Baumen, denn sie haben erheblich ungünstigere Lebensbedingungen als Wald- oder Parkbäume. Es ist deshalb zu begrüßen, dass der Hauptausschuss in seiner Dezembersitzung am 9.12.2019 beschlossen hat, den Schutz der Baumscheiben durch geeignete Vorrichtungen zu verbessern.

Die Versorgung der Baume mit Wasser in Trockenzeiten kann allein durch das (lobenswerte) Gießen durch Bürgerinnen und Bürger nicht gewährleistet werden. Im Sommer 2019 sind sieben neu gepflanzte Bäume am Ruhrdeich abgestorben, weil sie nicht genug bewässert wurden. Das ist nicht nur ein ökologischer sondern auch ein wirtschaftlicher Schaden, der vermeidbar gewesen wäre. Der BUND Oberhausen begrüßt, dass die Stadt durch Bewässerungssäcke- oder ringe eine ständige Durchfeuchtung des Wurzelraums besonders junger und mittelalter Bäume anstrebt.

Wir brauchen mehr Bäume für den Klimaschutz

Bäume sind natürliche CO₂-Speicher und deshalb brauchen wir in Zeiten des Klimawandels mehr davon. Die Fachverwaltung der Stadt hat unsere Forderung bisher abgelehnt, weil Oberhausen zu wenig Freiflachen hat. Aber ist gerade dieser Mangel an Freiflächen nicht ein Grund mehr fur die Schaffung von naturnahen Gebieten mit Baumbestand? Warum konnen dazu nicht einmal alle öffentlichen versiegelten Flachen kritisch in den Blick genommen werden? Warum nicht auch die Friedhöfe einbeziehen, auf denen infolge einer sich wandelnden Bestattungskultur der Flächenbedarf zurückgeht, und sie zu „Stillen Parks“ mit vielen neuen Bäumen umwandeln?

Es gibt Anfragen von Bürger*innen, die keine Gärten haben, aber Bäume spenden und pflegen möchten – sie wären bestimmt sehr dankbar fur eine geeignete Fläche. Vielleicht waren auch Eigentümer bereit, Flächen bereitzustellen, wenn sie darauf angesprochen und motiviert würden.

Der BUND Oberhausen wird die Forderung nach mehr Bäumen in Oberhausen beharrlich weiterhin vortragen und begründen. Wir hoffen auf ein Umdenken in Politik und Verwaltung.

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